September 1889
Die Stadtverordnetenversammlung billigte einen Betrag von 5000 Mark, um Vorarbeiten für eine zentrale Wasserversorgung durch ein Privatunternehmen einzuleiten. Nach 30 Bohrungen auf einer Fläche von 25 km² befand man das Wehrinselgelände als geeignet. Der Rosengarten auf der Wehrinsel existierte damals noch nicht.
1897
Die Planungen, das Wasserwerk auf der Wehrinsel zu errichten, wurden nach dem Hochwasser von 1897 wieder verworfen. Man stellte fest, dass das Gelände etwa einen Meter hätte aufgeschüttet werden müssen und eine massive Brücke wäre als Zugang benötigt worden.
1899
Es wurden 30 Bohrungen auf dem gräflichen Waldgelände (Graf Brühl) zwei Kilometer von Forst entfernt, an der Triebeler Chaussee vor der Ortschaft Koyne, vorgenommen. Man fand bei sechs Bohrungen in 30 Meter Tiefe genügend Wasser in geeigneter Qualität. Bei ständiger Auspumpung sank der Wasserspiegel lediglich um drei Meter, während er auf der Wehrinsel um sieben Meter sank. Untersuchungen vom neuen Standort ergaben: die chemischen Werte sind gut und die Wasserhärte ist gering.
29. April 1901
Das Grundstück des heutigen Wasserwerkes wurde für 48.000 Mark gekauft. Nach Überarbeitung des vom Ingenieur Prinz eingereichten Projekts waren folgende Baulichkeiten für die zentrale Wasserversorgungsanlage zu errichten:
- sechs Brunnen zur Wasserversorgung
- ein Sammelbrunnen von drei Meter Durchmesser und sechs Meter Tiefe
- sechs Heberleitungen zum Sammelbrunnen
- die Pumpstation, bestehend aus Maschinen- und Kesselhaus sowie einem Schornstein von 35 Meter Höhe
- die Enteisungsanlage, bestehend aus Riesler und Filteranlage
- die Saug- und Druckrohrleitung vom Sammelbrunnen zur Enteisungsanlage
- das Dienstwohngebäude am Wasserwerk mit Abortgebäude
- die Entwässerungsanlage mit Pumpstation
- die Saug- und Druckrohrleitung vom Reinwasserbehälter zum Hochbehälter im Wasserturm
- der Wasserturm mit Hochbehälter
- das Druckrohrverteilernetz in den Straßen der Stadt
- die öffentlichen Wasserentnahmestellen (Feuerlöschbrunnen)
- die Hausanschlüsse
24. November 1901
Die landesbaupolizeiliche Genehmigung wurde erteilt und es konnte mit den ersten Arbeiten begonnen werden.
August 1903
Es wurden die ersten Funktionsproben im Wasserwerk gefahren.
1. September 1903
Die regelmäßige Wasserversorgung aus der zentralen Anlage begann. Bis zum 1. Oktober 1903 gab die Stadt das Wasser kostenlos ab, um die Durchspülung aller Leitungen sicherzustellen.
Bis zur gesellschaftspolitischen Wende im Jahre 1989 wurden im Wasserwerk, am Wasserturm und am gesamten städtischen Rohrnetz, nur die notwendigsten Reparatur- und Erweiterungsleistungen erbracht. Lange vor dieser Wende wussten die verantwortlichen Fachleute, dass Generalreparaturen und Rekonstruktionsarbeiten erforderlich waren, jedoch fehlte immer die "nötige Kapazität" für solche Arbeiten. Ein Gutachten aus dem Jahre 1978 benennt den dringenden Sanierungsbedarf. Dennoch ist bis 1990 in dieser Hinsicht nichts Wesentliches geschehen.